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Forschen, entwickeln, spezialisieren

Solarmodule aus aus dem "Solar Valley" sollten ein wichtiger Teil der Energiewende werden. Doch die goldenen Zeiten scheinen vorbei: Die Module aus Asien sind inzwischen viel billiger. Erst vor kurzem gab der letzte große Konzern Hanwha-Q-Cells die Produktion auf. Doch was wird aus der Solarbranche in Sachsen-Anhalt? Diese Frage bewegt auch unseren Hörer Andreas Müller aus Halle: "Thalheim ist zum Tal der Tränen geworden. Hat die Solartechnologie hier eine Chance und was wird dafür getan?"

 

Produziert wird heute in Asien

Auch die Forscher am "Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik" in Halle haben den Niedergang miterlebt. Sie forschen hier an Zukunftstechnologien für die Solarindustrie. Einer der Leiter ist Jörg Bagdahn, ein ausgewiesener Solarexperte.

Der Druck auf die Branche kommt vor allem aus China, erklärt er. Denn dank staatlicher Gelder ist die Produktion dort wesentlich günstiger und zehn Mal so groß wie in Deutschland: "Das fängt schon bei der Logistik an - die Zulieferer siedeln sich dort in der Nähe der Fertigungsstätten an. Dahingehend ist es schwer vorstellbar, dass die große Massenfertigung nach Europa zurückkommen wird - ähnlich wie bei Displays oder Mikroelektronik. Die Firmen hier müssen auf die Themen Forschung und Entwicklung setzen und sich spezialisieren."

Forschen, entwickeln, spezialisieren

Eine Firma die genau das umsetzt ist "Calyxo", die noch immer Solarmodule im Solar Valley entwickelt und produziert. In der großen Produktionshalle befinden sich jede Menge Maschinen, ein lautes Dröhnen dringt durch die aufgeräumte und hochmoderne Produktionshalle.

Dank einer innovativen Technologie kann sich Calyxo am Markt durchsetzen, erzählt uns Geschäftsführer Michael Bauer: Denn ihre Module, die auf "Cadmium-Tellurit-Dünnschichttechnologie" basieren, sind günstiger als herkömmliche, die auf Siliziumkristallen beruhen, aber genauso effektiv. Außerdem bietet Calyxo Komplettlösungen an. Michael Bauer fügt hinzu: "Und wir bauen zur Herstellung unserer Module unsere eigenen Anlagen." Dazu gehört auch eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung: In weiße Kittel gekleidet, experimentieren hier die Forscher mit chemischen Lösungen, um die Module noch effektiver zu machen.

Mehr Automaten, weniger Mitarbeiter

Doch Forschung und Entwicklung allein reichen nicht, damit die Module von Calyxo weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Genauso wichtig ist eine hohe Automatisierung - so sind in der Produktionshalle nur wenige Mitarbeiter zu sehen: "Zum einen geht es darum, so effizient und kostengünstig wie möglich zu produzieren, zum anderen, ein Produkt zu erzeugen, das auch gegen asiatische Bewerber bestehen kann."

Eine Produktion mit tausenden Mitarbeitern wird es also in Sachsen-Anhalt zukünftig nicht mehr geben.

So sieht es auch Tamara Zieschang, Staatssekretärin vom Wirtschaftsministerium in Magdeburg. Bei der Förderung der Solarbranche hat man hier dazugelernt: "Das Gesicht des Solar Valley hat sich natürlich verändert, weil die Produktion ausgelagert wird - aber das haben wir schon während der großen Krise 2010/2011 gemerkt. Eine Chance haben nur die Unternehmen, die im Bereich Forschung und Entwicklung unterwegs sind und innovative Lösungen anbieten."

Sachsen-Anhalt - Weltmeister in der Forschung

Millionen an Fördergeldern sind in Sachsen-Anhalt in den Aufbau der Solarindustrie geflossen - doch dauerhafte Arbeitsplätze sind kaum entstanden. In Zukunft soll es Fördergelder aus Magdeburg nur noch für feste Zusagen geben: unter anderem nur dann, wenn Unternehmen eine Arbeitsplatzgarantie über sieben Jahre geben können.

Doch rückblickend war nicht alles umsonst, ist sich Solarexperte Jörg Bagdahn sicher: "Was man in der Vergangenheit an diesem Forschungsstandort aufgebaut und geleistet hat, ist im internationalen Wettbewerb an der Spitze. Und mit diesem Pfund kann man in den nächsten Jahren auch weiterhin wuchern."

Bei Forschung und Entwicklung bleibt Sachsen-Anhalt an der Weltspitze - auch wenn die Produktion wohl in Zukunft eher in Asien stattfindet.

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